Pigmente in der Dekorationsmalerei
- Stefan Nagel

- 11. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Pigmente spielen in der Dekorationsmalerei eine zentrale Rolle, da sie für Farbe, Ausdruck und Wirkung von Oberflächen verantwortlich sind. Unter Pigmenten versteht man fein gemahlene, farbgebende Stoffe, die unlöslich sind und erst durch ein Bindemittel zu einer streich- oder malfähigen Farbe werden. In der Dekorationsmalerei werden Pigmente gezielt eingesetzt, um Räume, Fassaden oder dekorative Elemente ästhetisch aufzuwerten und bestimmte Stimmungen oder gestalterische Effekte zu erzeugen.
Grundsätzlich unterscheidet man zwischen natürlichen und synthetischen Pigmenten. Natürliche Pigmente stammen aus mineralischen, pflanzlichen oder tierischen Rohstoffen. Beispiele hierfür sind Ocker, Umbra oder Siena, die aus eisenhaltigen Erden gewonnen werden. Diese Pigmente zeichnen sich durch ihre warme, erdige Farbwirkung und ihre hohe Lichtbeständigkeit aus, weshalb sie seit Jahrhunderten in der Malerei und im Handwerk verwendet werden. Pflanzliche und tierische Pigmente, wie Indigo oder Karmin, haben historisch ebenfalls Bedeutung, werden heute jedoch seltener eingesetzt, da sie oft weniger beständig sind.
Synthetische Pigmente werden industriell hergestellt und bieten eine große Vielfalt an kräftigen, gleichmäßigen Farbtönen. Sie zeichnen sich durch eine hohe Farbintensität, gute Deckkraft und oft eine bessere Beständigkeit gegenüber Licht, Witterung und chemischen Einflüssen aus. In der modernen Dekorationsmalerei sind synthetische Pigmente weit verbreitet, da sie eine präzise Farbabstimmung ermöglichen und den Anforderungen im Innen- und Außenbereich gerecht werden.
Ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl von Pigmenten ist ihre Lichtbeständigkeit. Sie beschreibt, wie stark sich ein Pigment unter Lichteinfluss verändert oder ausbleicht. Gerade bei dekorativen Wandgestaltungen oder Fassadenmalereien ist eine hohe Lichtbeständigkeit entscheidend, um die Farbwirkung langfristig zu erhalten. Ebenso spielen die Deckkraft und die Farbbrillanz eine wichtige Rolle, da sie bestimmen, wie intensiv und gleichmäßig eine Fläche gestaltet werden kann.
In der Dekorationsmalerei werden Pigmente häufig mit unterschiedlichen Bindemitteln kombiniert, etwa mit Kalk, Leim, Öl oder Acryl. Je nach Technik – wie Lasurmalerei, Marmorierung oder Schablonentechnik – beeinflusst die Wahl des Pigments und des Bindemittels das Erscheinungsbild der Oberfläche maßgeblich. Pigmente ermöglichen sowohl transparente als auch deckende Effekte und bieten damit vielfältige gestalterische Möglichkeiten.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Pigmente das Fundament der Dekorationsmalerei bilden. Durch ihre Farbeigenschaften, ihre Beständigkeit und ihre Kombinierbarkeit mit verschiedenen Maltechniken tragen sie entscheidend zur Qualität und Ausdruckskraft dekorativer Gestaltungen bei. Ein fundiertes Wissen über Pigmente ist daher für Dekorationsmalerinnen und Dekorationsmaler unerlässlich.